Bremsen entlüften mit Niveauregulierung

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#1
Hallo zusammen!
Ich habe eine Frage zum Entlüften der Bremse mit Niveauregulierung.
Tim hat mir schon reichlich Tips dazu gegeben, ich will Ihn deshalb nicht längers damit nerven :-)
Bei Niveau sollte man ja den Kofferraum beschweren und dann das Auto mit der HA auf Rampen fahren, dann kann die HA in diesem Zustand entlüftet werden. Ich denke, hierbei geht es um den Bremskraftregler an dem Rad hinten links. Würde es auch funktionieren, wenn ich das Auto auf der Hebebühne habe und dann das Auto ab lasse, jedoch das Rad/Dämpfer hinten links durch ein Brett o.ä. oben halte, sprich der Dämpfer taucht ein und der Regler wird dadurch betätigt?
Leider bekomme ich keine Schraube an dem Gestänge des Reglers auf, sonst wäre es ja noch easier. Es lässt sich halt besser arbeiten, wenn man nicht unterm Auto rum liegen muß und alle Räder unten sind.

Gruß
Alexander
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#2
Hallo Alexander,

Der Bremskraftregler wird bei der Niveauregulierung direkt vom Höhenregelventil angesteuert, er hat keine mechanische Verbindung zur Hinterachse. Federt das Fahrzeug hinten ein, öffnet das Regelventil und erhöht die Ölmenge in den Dämpfern und den Druck im Bremskraftregler. Ist die richtige Höhe wieder eingestellt, wird der Ölfluss durch das Regelventil gestoppt, weil es sich dann wieder in seiner Neutralstellung befindet.

Wenn Du das also, wie Du es vorgeschlagen hast, machen würdest, würde die Niveauregelung zu recht davon ausgehen, dass das Fahrzeug hinten eingefedert ist und Öl in beide Dämpfer (und auch den BKR) fördern. Dann würde der, durch das Holz eingefederte, Dämpfer ausgefedert und dein Auto hinge auf halbacht auf der Bühne Ich würde es deshalb nicht so machen

Es wäre allenfalls denkbar, das Fahrzeug mit hängenden Rädern und laufendem Motor auf einer normalen Bühne anzuheben und das Regelgestänge auszuhängen. Dann könnte man den Hebel von Hand auf "beladen" stellen und nach einer Zeit, wieder in Neutralstellung bringen. Dazu muss man aber wissen, wo die Neutralstellung ist und wie lange man den Hebel ungefähr auf Last halten muss. Die Neutralstellung kann mit einem Bohrer durch das Loch im Hebel ermittelt werden. Wenn das Fahrzeug auf dem Boden steht, dauert es ca 2 Minuten bis es bei 100 Kg Last aufregelt. Wenn die Räder hängen, dauert es eine mir unbekannte Zeit länger, weil die Regelung ja davon ausgeht, dass das Fahrzeug hinten schwebt- was ja auch der Wahrheit entspricht.

Es scheint mir wirklich sinnvoller, das Auto mit beladenem Kofferraum auf einer Auffahrbühne- oder Rampe stehend zu entlüften.
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#3
Hallo Tim,

vielen Dank für deine Antwort!
Dann werde ich nachher nochmals entlüften wie Du es empfiehlst.
Ich habe halt vorgestern einen anderen HBZ verbaut und auf der Bühne entlüftet mit meiner Methode, es kam dann auch noch Luft hinten rechts raus. Auch bleibt das Pedal jetzt hart, geht also nicht mehr wie zuvor langsam nach hinten, da habe ich wohl zuvor den HBZ beim manuellen entlüften gekillt. Entlüftungsgerät hab ich ja jetzt da, dann werde ich nochmals ein paar Liter durchjagen :-)

Gruß
Alexander
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#4
Sooo, nach ein paar Stunden entlüften das Ergebnis:
Druckpunkt ist in Ordnung, mir persönlich aber zu weit hinten. DIe ersten 1-2cm passiert halt gar nix am Bremspedal, dann zieht es an. Vollbremsungen mit ABS und solche Scherze sind kein Problem, Bremsleistung passt soweit.
Ich hab HiRe 3 Liter durchgelassen, da kam noch ein bisschen Luft, nachdem ich mal mit dem Bremspedal nachgeholfen habe. HiLi hab ich 2 Liter durchgejagt, da kam so gut wie nix mehr an Luft. Und vorne hab ich je 1,5 Liter durchgelassen--> keine Luft!
Ich denke, mit dem Leerweg die ersten 1-2cm muß ich wohl leben.
Am Samstag werde ich die finale Bremsflüssigkeitsfüllung reinpressen, kann ich dies auch ganz normal auf der Bühne machen?
Ich brauch ja nicht den vollen Bremsdruck HiRe, es soll ja nur die "alte" Bremsflüssigkeit durch die neue durchgepresst werden.

Gruß
Alexander
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#5
Wenn keine Luft mehr im System ist, kannst Du ohne Probleme mit dem Druckgerät neue Bremsflüssigkeit durchlaufen lassen bis die an den Entlüftungsnippeln austritt. Da muss kein Motor mehr laufen und auch sonst nichts beachtet werden. Einfach laufen lassen bis hinten saubere Flüssigkeit austritt.
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#6
Hallo Tim,
ich denke nicht, dass ich den Unterschied zwischen der jetzigen und der neuen Bremsflüssigkeit sehe. Die jetzige ist ja erst wenige Wochen drin, da hab ich mal 10 Liter zum "spülen" zweckentfremdet.
Die habe ich ja damals schon genommen, nachdem ich die revidierten Sättel verbaut habe.
Momentan ist halt das ATE DOT4 SL drin zum spülen, hab mich aber eingedeckt mit dem SL.6, das hätte ich gern als "finale Füllung" drin.
Das werde ich am Samstag dann machen!

Danke nochmals für deine ausführlichen Antworten!

Gruß
Alexander
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#7
Soooo, ich habe nochmals das Auto auf Rampen gefahren und den Kofferraum belastet, mit laufendem Motor 2,5bar Bremsflüssigkeitsdruck in den Bremsflüssigkeitsbehälter gegeben und nochmals mit Pedalunterstützung die HA entlüftet: gaaaanz minimal kam HR noch Luft, aber ich würde sagen, es sollte jetzt wirklich luftlos sein. Hab dann natürlich dann noch in dem Zustand nochmals je einen Liter durch die hinteren Sättel durchlaufen lassen. Dann Probefahrt, bis zum ABS-Eingreifen ein paar mal gebremst, danach finale Füllung mit dem ATE SL.6.
Bremsen tut das Auto jetzt echt gut, ABS kommt auch. Druckpunkt leider bisschen zu weit hinten für meinen Geschmack, Pedal bleibt aber hart, fällt also nicht durch bei Belastung. Zwei Zentimeter weiter vorne wärs super, aber ich weiß ja nicht, wie es ab Werk war.
Wo liegt denn bei euch der Druckpunkt?
Wie gesagt, mein Pedal hat die ersten 2 cm Leerweg.
Oder kann man hier evtl. was einstellen vom Pedal zum HBZ?

Gruß
Alexander
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#8
Die 2,5 cm Pedalweg bis zum Druckpunkt erscheinen mir nicht als zu viel.
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#9
Hallo Tim,
entschuldige für die späte Antwort, aber ich konnte mich letztes Wochenende nicht einloggen:-(
Ich habe jetzt nochmals Probebremsungen gemacht.
Es gibt ja beim Bremse drücken das klackern des Relais für die Freigabe des Schaltknaufes.
Aber es gibt nochmals ein deutlich leiseres klacken links unterhalb des Lenkrades. Ich kann bis zu diesem leisen Relaisklackern das Pedal drücken, bis dort hin ist die Bremsleistung gleich null. Erst dann reagiert die Bremse. Es sind deutlich mehr als 2,5cm bis zum Druckpunkt, eher fängt die Bremse erst an zu arbeiten nach den 2,5cm.


Gruß
Alexander
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#10
Was das Klacken betrifft, bin ich überfragt. An meinem Prüfstand mit Pedalerie sind aber zwei Schalter am Pedal montiert. Diese Schalter lösen nicht gleichzeitig sondern nacheinander aus.

Ich habe an meinem Prüfstand mit intaktem HBZ und Druckspeicher einen Pedalweg (unten am Pedal gemessen) von ca. 2,5 - 3 cm bis am HBZ 100 bar Druck ankommen. Ich habe aber keine Bremssättel eingebaut, bei denen vier Kolben etwas ausfahren müssen, um die Bremsbeläge wirksam gegen die Scheiben zu pressen. Das verlängert den Pedalweg messbar.
Entscheidend sind folgende Punkte:
1. Der Druckpunkt darf nicht zu tief sitzen. Was genau "zu tief" ist, lässt sich schwerlich definieren. Ich bin auch sicher, dass dieser Punkt bei jedem Fahrzeug anderswo liegt. Das hängt (wenn nichts kaputt oder verschlissen ist) alleine schon vom Zustand der Bremsscheiben und Beläge ab.
Die Bremse muss aber in jeder Situation mit einem Tritt zur Blockiergrenze gebracht werden können, ohne dass das Pedal dabei dem Endanschlag (oder Bodenblech) zu nahe kommt.
2. Das Bremspedal darf sich bei zwei aufeinander folgenden Betätigungen nicht aufpumpen.
3. Der Druck muss bei getretenem Pedal konstant bleiben.
4. Die Fußkraft muss durch den BKV unterstützt werden.
Der BKV arbeitet unabhängig davon, wie fest das Pedal getreten wird, immer mit dem gleichen Druck (so lange der Druckspeicher intakt ist und der Motor läuft). Dem ist es egal ob Du mit zwei Füßen oder mit dem kleinen Zeh auf der Bremse stehst.
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#11
Moin Tim,
vielleicht etwas OT, aber die Grundeinstellung der Handbremse hat doch auch Einfluss auf die Betriebsbremse und deren Wirkung? Besonders auf die der Hinterachse und damit doch auch auf die Verteilung vorne/hinten ?
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#12
Nein, die Grundeinstellung der FSB hat keinen Einfluss auf die Betriebsbremse sondern nur auf den Hebelweg. Du könntest die Seile auch aushängen, das würde nichts ändern.
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#13
Hmm, ich hab festgestellt, dass der Kübel besser bremst und vorne auch nicht mehr so tief eintaucht, wenn ich die Handbremse einen Zahn angezogen habe.
Tatsächlich braucht es 5 oder 6 Zähne, damit die Handbremse richtig zieht.
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#14
Bist du dir sicher, dass deine Bremskraftverteilung in Ordnung ist und die Bremsen hinten auch wirklich bremsen?
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#15
Hallo Georg,
5-6 Zähne scheinen mir schon fast zu viel.
Die Hebel der FSB in den Bremssätteln kommen nach dem Lösen der Handbremse wieder in ihre Nullstellung zurück - zumindest sollten sie das tun. Damit kommt auch immer der Kolben wieder ein Stück zurück.

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